Samstag, 13. Februar 2016

Get on Board auf dem roten Teppich - Der "Abalone Video Award"




Hey Leute,

am Eröffnungswochenende der "Boot" haben, wie ich ja schon in meinem Messe-Resümee schrieb, Karsten, Christian und ich als geladene Gäste nicht nur die Messe selbst, sondern auch die Verleihung des "Abalone Video Awards" unsicher gemacht. Sonntags abends war es soweit, der rote Teppich rief nach uns und den wollten wir natürlich nicht warten lassen. Also ran an die Buletten und auf zur Location auf dem Messegelände. Wir hatten uns extra in unseren feinen Zwirn geworfen. Als wir dort eintrafen, zugegebenermaßen waren wir etwas früh dran, aber auch nicht die Ersten, herrschte dort etwas Hektik. Der rote Teppich wollte noch zu Ende ausgerollt werden. Das war aber flott erledigt und wer wollte, konnte dann auch gegen Vorzeigen seiner Eintrittskarte die Rolltreppen zum Award-Bereich emporfahren. Unsereins ließ es sich vorher aber nicht nehmen, amüsiert über den roten Teppich zu flanieren, die Gelegenheit dazu bekommt man ja immerhin nicht alle Tage geboten.




Nach unserer kleinen Showeinlage waren wir neugierig darauf, was sich wohl im exklusiven Award-Lounge-Bereich verbirgt und erklommen wacker die Rolltreppe. Oben angekommen, eine beachtliche Gästezahl hatte sich schon eingefunden, schauten wir uns erst ein mal ein wenig um. Ins Auge stach uns sofort eine Promi-Fotowand mit regem Publikumsverkehr und zahlreichen Fotografen. An diesem Abend war, im exklusiven Rahmen des Awards, jeder Gast Promi und durfte sich daher ganz Hollywood-like an der Fotowand präsentieren. Ein netter Einfall der Award-Organisatoren. Die Fotografen waren, glauben wir zumindest, alle bis auf Einen Fake, lieferten aber eine durchaus glaubhafte Performance ab. Lustig war das allemal :). Wie ich später zufällig herausfand, war ein Fotograf in der Tat authentisch und hatte Bilder geschossen, ausgestellt auf der Page des Awards. Und so fand ich dort natürlich auch das Foto dieser drei adrett gekleideten und unfassbar gut aussehenden Herren:

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Nachdem wir das Blitzlichtgewitter hinter uns gelassen hatten, sogen wir die entspannte Atmosphäre bei einem Alt-Bier und ein paar leckeren Häppchen, die gereicht wurden, in uns auf. Ebenfalls eine nette Idee der Award-Orga, vor der eigentlichen Verleihung eine angenehm lässige Lounge-Atmosphäre zu schaffen, die den Gästen die Möglichkeit gibt in Ruhe ankommen zu können und sich bei einem Getränk der Wahl und einer kleinen Stärkung zu unterhalten.





Wie wir bei Häppchen und Bier feststellten, war durchaus auch etwas echte Prominenz am Start. So gaben sich zum Beispiel auch Miss Germany die Ehre und Helmut Zerlett.

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Zu gegebener Zeit öffneten sich dann die Tore zum Saal, in dem die Verleihung stattfand. Der coole, entspannte optische Stil setzte sich dort fort. Wir nahmen Platz und harrten der Dinge die da kommen mochten.

Moderiert wurde der Award sehr unterhaltsam und charmant von Illyoung Kim. Er ritt bei seinen Pointen zwar etwas auf seiner koreanischen Herkunft herum, da er aber unter anderem Comedian ist und die Gags teilweise echt zum Schreien waren, geht das in Ordnung. Wie sich herausstellte, kam Helmut Zerlett eine größere Aufgabe zu, als sich lediglich unter die Gäste zu mischen. Nein, ganz nach alter Harald Schmidt-Manier saß er am Keyboard und untermalte den Verlauf der Verleihung mit seinen Klängen.

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Nach ein paar einleitenden Worten durch den Messe-Direktor, startete die eigentliche Verleihung. In zehn Kategorien, eine für jeden Wassersport, waren jeweils fünf Videos nominiert. Zunächst wurden pro Kategorie Ausschnitte der fünf nominierten Videos gezeigt, dann schritt man zur Verleihung der Preise. Auf der Leinwand wurden im Zuge dessen, plötzlich aber nur noch die besten drei der fünf Videos gelistet. Zu diesem Zeitpunkt wussten dann immerhin schon mal zwei der fünf Einreicher vorab, dass sie sich keine Hoffnungen mehr auf einen Platz auf dem Treppchen machen brauchten. Die gelisteten besten drei Videos wurden dann nochmal in kurzen Zusammenschnitten einzeln gezeigt. 



Daraufhin wurde es spannend. Einer der Award-Sponsoren öffnete den Umschlag und gab den Gewinner der jeweiligen Kategorie bekannt, woraufhin dessen Video in voller Länge gezeigt wurde. Anschließend wurde er auf die Bühne gebeten, erhielt seinen Pokal und durfte ein paar Worte an das Publikum richten. Überraschenderweise ging man daraufhin unmittelbar, garniert mit einigen witzigen Anekdoten des Moderators, zur Prämierung der nächsten Kategorie über. Welcher der beiden anderen Nominierten den zweiten und dritten Platz belegt hatte, wurde nicht weiter erörtert. 

Auf diese Weise schritt man die Hälfte der Kategorien ab und bekam dann einen Show-Act dargeboten. Ein Illusionist (dessen Name mir leider entfallen ist) führte einen mehr oder weniger verblüffenden und etwa zehn Minuten andauernden Trick auf, in welchen das Publikum einbezogen wurde.

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Nach dieser "bezaubernden" Showeinlage wurden die verbliebenen Kategorien auf bekannte Art und Weise vorgestellt und prämiert. Im Anschuss gab es nochmal einen Show-Act, dieses mal gab sich eine Sängerin die Ehre. Ihre Performance war durchaus respektabel.



Im Anschluss an die Verleihung hieß es dann: "Ab auf die Aftershow-Party". Dazu fuhr man die Rolltreppe einfach wieder runter und unten ging dann die Post ab. In der Mitte des Raums legte ein DJ auf und an den Wänden des Raums verteilt, gab es Stände für Getränke und Verpflegung. Hier wurde für jeden Geschmack etwas geboten, bei cooler House- und Clubmucke konnte man sich an welchem Stand man wollte etwas zu futtern holen. Das Angebot reichte von frisch zubereiteten Burgern über Pita bis hin zu italienischem Eis. Sehr lobenswert. Dazu gab es Cocktails, Softdrinks und, wie es sich für Düsseldorf gehört, Alt-Bier vom Fass. 

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Etwas verblüfft waren wir, als der DJ plötzlich von zwei knapp bekleideten, lasziv auf dem Tresen tanzenden Damen umrahmt wurde. Amüsant war das auf jeden Fall, hatte aber den Nebeneffekt, dass man den einen oder anderen Caterer regelmäßig von den Damen loseisen musste, weil sich an seinem Stand schon eine entsprechende Schlange gebildet hatte. 


Leider leerten sich die Reihen zusehends, was aber daran gelegen haben muss, dass schlicht Sonntag Abend war und so mancher morgens wieder beim Job am Start sein musste. An der Stimmung lag es definitiv nicht. Nach ein paar Alt-Bierchen hieß es dann auch für uns "Good Bye".

Abschließend möchte ich zunächst mal loswerden, dass der Award frisch aus der Taufe gehoben wurde. Die Verleihung des "Abalone Video Award" auf der diesjährigen "Boot" war die erste ihrer Art. Der Empfang, das Flair und die Verpflegung der Gäste, alles erste Sahne und vorbildlich. Auch die technische Seite hat hervorragend funktioniert, es gab keinerlei Patzer oder Pannen. Die Verleihung hatte Charme und versprühte eine angenehme Stimmung, von der sich alle Gäste gerne anstecken ließen. Allerdings gibt es wo Licht ist auch ein bisschen Schatten und dementsprechend was zu meckern. Als ich so im Nachhinein über den Award und die Verleihung nachdachte, mich auch mit Karsten und Christian unterhielt, wurden mir ein paar Dinge bewusst. 

Ich persönlich war schon auf der einen oder anderen Verleihung zu Gast, durchaus auch von vergleichbarer Thematik und Format. Daher fielen mir einige Dinge auf, die ich im Vergleich zu anderen Verleihungen als etwas negativ registrierte. Zum Bespiel fand ich es sehr seltsam, dass von den fünf Nominierten Videos zunächst mal nur drei wirklich vorgestellt wurden und daraufhin nur das Siegervideo bekannt gegeben wurde. Das Publikum hätte sich sicher auch dafür interessiert, welcher den beiden anderen Nominierten die Plätze zwei und drei belegt hat. Außerdem war es eine komplette Blackbox wie es überhaupt zu den Nominierungen kam, nach welchen Kriterien sich für eben diese Videos entschieden wurde. Es wäre auch schön gewesen, wenn jemand oder noch besser ein Vertreter aus der Jury sich bei den Videos dazu geäußert hätte, warum nun dieses oder jenes Video gewonnen hat und die anderen auf Platz zwei und drei gelandet sind. Auch wer in der Jury saß, liegt vollkommen im Dunkeln. Wer kam denn da als Jury überhaupt zusammen? Es hätte dem Award gut getan hier ein Stück weit die Hosen runter zu lassen und sich etwas transparenter zu geben. Die Jury hätte ja sich und die Videos bei der Verleihung präsentieren können, ein paar Worte dazu verlieren und mit den Sponsoren zusammen die Preise überreichen. Das hätte dem Award ungemein mehr Tiefe und Wertigkeit verliehen. Natürlich liegt es im Ermessen der Veranstalter, wie sie das alles handhaben und gestalten möchten, keine Frage. Wir hatten allerdings das Gefühl, dass man durchaus versucht einen hochwertigen Charakter beim Award und der Verleihung zu erzielen, daher würde ich den Veranstaltern ans Herz legen hierüber mal nachzudenken. Ins Bild, bei einer Verleihung die ernst genommen werden möchte, passt daher auch nicht ein Zauberkünstler und wenn, dann wenigstens einer von entsprechendem Format oder mit einem Trick der einen wirklich von den Socken haut, was übrigens nicht der Fall war. Auch die Gesangseinlage riecht nach Schublade. Solches Schmückwerk braucht ein vernünftiger Award nicht. Er muss leben vom Geschehen selbst, von der Leidenschaft für die Sache beseelt sein und dem Gast sollte vorgestellt werden, gerne auf charmante Weise, warum welches Video nun welchen Platz belegt hat. Die Tänzerinnen bei der Aftershow-Party unterstreichen diesen Sachverhalt nur noch. Diese Einlage mag zwar dem männlichen Part der Gäste zugesagt haben, was Miss Germany durch den Kopf ging, als sie an den Tanzmäusen vorüber schritt möchte ich aber lieber nicht wissen. Versteht mich nicht falsch, das war schon geil und so, aber sowas gehört einfach nicht auf die Party einer Verleihung die ernst genommen werden möchte. 

Wie gesagt, der Award ist jung, gerade geboren. Das klingt nun alles sehr hart von mir. Was der überwiegende Teil des Publikums über dies alles denkt weiß ich nicht. Wir hatten auf jeden Fall den Eindruck, dass der Award und die Art wie er aufgezogen ist, auf positive Resonanz stieß. Vielleicht ist mir das, was ich anführte, auch nur aufgefallen weil ich eben den Vergleich zu verschiedenen anderen Verleihungen ziehen kann. 

Ich bin auf jeden Fall darauf gespannt wie sich der Award in den kommenden Jahren entwickeln wird und hoffe wieder eingeladen zu werden um das verfolgen zu dürfen.


Euer Markus

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