Montag, 6. Januar 2014

Woher kommts und wohin gehts?

Oh Mann, mein erster Post auf meinem neuen Blog. Abgründe tun sich auf und Berge drohen auf mich einzustürzen...mein Kopf ist akut leer und dabei denke ich eigentlich schon seit einem Weilchen grade über diesen Post nach. Irgendwie ist der erste Post mit einer der wichtigsten, oder vielleicht doch nicht? Bis vor Kurzem hatte ich noch nicht mal an einen eigenen Blog gedacht und doch sitze ich nun hier vorm Rechner und schreibe diese Worte! Irgendwie fühlt sich das gut an, aber es stürmen auch neue Eindrücke auf mich ein...Unsicherheit, Zweifel, Angst zu versagen aber auch irgendwie Zuversicht und die Lust hier loszulegen.
Allerdings wird erst mal tief gestapelt. Ich schreibe diesen Post auf einem Blog der noch eine absolute Baustelle ist, niemand da draußen wird ihn in absehbarer Zeit lesen es sei denn er stolpert darüber. Erst wenn ein vorzeigbares Design eingearbeitet ist, alles nach etwas aussieht und ich meine Gedanken sortiert habe, werde ich anfangen Leute mit der Nase drauf zu stupsen und wenn Du das nun liest ist das ein gutes Zeichen und vielleicht bleibst du ja "on board".

Wie der Posttitel es aber schon verrät, soll sich mein erster Post hier um etwas ganz anderes drehen. Vor etwas mehr als zwei Jahren hat sich in meinem Leben etwas geändert, eine Art Startschuss, ein Umdenken was so manches angeht das vorher in meinem Kopf in Schubladen steckte. Das klingt jetzt allerdings dramatischer als es wirklich ist. Aber es hat auch dazu geführt sich mit mir selbst, meinen Fähigkeiten und meiner Selbsteinschätzung zu beschäftigen. Alles auf diesem Weg der letzten beiden Jahre hat mich letztlich dazu gebracht, dass ich mir ein Ziel gesetzt habe das es zu erreichen gilt und davon will ich euch berichten, hier auf meinem Blog. Vom Weg und vom Ziel will ich euch erzählen. Allerdings habe ich mehrere Interessen und auch diese begleiten mich täglich und so sollen auch diese hier vertreten sein. Ich möchte eine Art roten Faden verfolgen, aber dieser ist nicht schnurgerade, nein er verläuft in Kurven und Schlenkern und so soll auch der Weg selbst zum Ziel werden.

Aber ich fange jetzt einfach mal vorne an damit ihr versteht von was ich zum Teufel rede:

Ich bin 33 Jahre alt und die meiste Zeit meines Lebens bisher war ich ein absoluter Sportmuffel...obwohl ich in der Realschule bis zur 8.Klasse in der Leicht-Athletik-Mannschaft mitgemischt habe und gar nicht mal so schlecht war. Aber dann war eigentlich Schluss mit Sport. Jo aller, halb so wild, als Teenager hat man ehrlich gesagt ganz andere Sorgen als sportliche Betätigung. Da rufen die Mädchen, man will einen Lappen machen und mit einem eigenen Moped die Gegend unsicher machen, ein Stück Unabhängigkeit ohne den Drahtesel zu bemühen. Die Ausbildung ruft...3,5 Jahre Zahntechnik, danach ein Jahr Zivildienst als Rettungssani. Dann die Erkenntnis nach einem halben Jahr als Zahntechnik-Geselle, dass der Job zwar an sich schön ist (ja das mag so mancher anders einschätzen), aber für den gebotenen Stress viel zu wenig Kohle rüber kommt. Also wieder ab auf die Schulbank und die allgemeine Hochschulreife gemacht, danach schnurstraks auf die Fachhochschule und Fertigungstechnik studiert. Dann natürlich anderes Auto und die erste eigene Bude. Und so gingen die Jahre ins Land.
Gut...zugegebenermaßen klingt das jetzt wie ein langweiliger Auszug aus meinem Lebenslauf und irgendwie ist es das auch. Aber zu meiner Verteidigung kann ich anführen, dass ich damals schon ohne es zu ahnen den Grundstein für diesen Blog und mein hehres Ziel gelegt habe. 
So begab es sich als ich 16 war, dass mein Vater und ich zusammen mit einem segelbegeisterten Pfarrerpärchen und noch einer Hand voll Vater/Sohn-Gespanne eine Woche lang in Holland zwei größere Jollen segelten und das ziemlich viel Spaß gemacht hat. Und so entschloss ich auch den Segelschein für Binnengewässer zu machen und war mit Herzblut dabei (vor allem in der Praxisausbildung), es klappte, machte Spaß und bot mir einen spürbaren Ausgleich zum Ausbildungsstress und hineinfinden ins Berufsleben. Allerdings wurde dann leider nix aus einem eigenen Boot, was mehrere Gründe hatte und so verlief sich das mit dem Segeln irgendwie wieder im Sand. Ein paar Jahre später machten meine Familie und ich irgendwo in der Nähe eines Sees Urlaub und mein Vater hatte dort im Vorfeld eine Jolle gemietet. Allerdings herrschte sehr starker Wind und ich machte mir die Illusion ich würde mit dem Wind zurecht kommen, eine katastrophale Fehlentscheidung und ich kann froh sein, dass wir aus der Scheiße heil rausgekommen sind. Danach war das Thema Segeln für mich vom Tisch. 
Wiederum Jahre später kam ich mit meiner damaligen Freundin auf die Idee ihres Onkels hin, seines Zeichens alter Segelbär, mit auf deren Vereins-Segelgelände, eigentlich nur zum Baden. Vom Steg ins Wasser springen und so. Naja, als wir dort waren fragte er mich ob ich Lust zu segeln hätte, worauf hin mir sofort ein Schauer über den Rücken fuhr, ich aber zustimmte da zum Einen nur ein laues Lüftchen wehte und ich zum Anderen davon ausging, dass er meinte mit ihm zusammen zu segeln. Allerdings fingen wir dann an einen Laser aufzutakeln (das ist eine Ein-Mann-Jolle mit nur einem Segel) und ehe ich mich versah, hockte mein Arsch in dem Ding und wurde vom Ufer weggestoßen. Mit dem Gedanken "okay, keine Panik" versuchte ich mich mit dem Laser und mit dem bisschen Wind gab es ja auch kein Risiko...Es klappte wieder, das Wissen und das Können waren wieder da und als der Wind etwas auffrischte segelte ich ganz ordentlich herum auf dem Baggersee und die Leidenschaft war erneut entfacht. Es stellte sich heraus, dass ein anderer alter Segelkumpane das Zeitliche gesegnet hatte und den Laser sowie eine alte Jolle für zwei Personen seiner Gattin (die damit nichts anfangen konnte) hinterlassen hatte und so kam ich dann doch noch zu meiner Jolle. Das gute Stück war ganz schön runtergekommen und damals schon fast 40 Jahre alt. Also restaurierte ich sie einen ganzen Sommer lang mit Hilfe meines Bruders und Vaters und nicht ohne Stolz denke ich daran zurück. Ich taufte sie auf den Namen "Midgard" weil sie so betagt ist und das Deck komplett aus Mahagoni gefertigt. Allerdings fand ich in den Jahren darauf dann nicht all zu viel Zeit mit ihr zu segeln, da ich parallel studierte, man immer zu zweit sein muss, es ging an der guten Midgard auch immer wieder mal was kaputt beim segeln unter Last, was ich entweder selbst reparieren konnte oder sogar die Werft herhalten musste und es kam wie es kommen musste...sie war nicht all zu oft auf dem Wasser.

Doch dann im August 2011 nahm alles seinen Lauf. Im Büro kamen wir nach einer angeregten Unterhaltung auf die Idee, dass man ja mal Canyoning machen gehen könnte und da wir in unserer Abteilung viele Kollegen in meinem Alter haben, fand die Idee schnell Anklang. Also organisierte ich etwas in Österreich und los gings dann Mitte Oktober (nicht die beste Zeit zum Canyoning in Österreich, außer man steht auf Eisbaden). 
Im Jahr darauf unternahm ein Kollege aus der Abteilung seinen ersten eigenen Segeltörn auf einer 43-Fuss-Segelyacht zusammen mit Kollegen und auch ich war an Bord. Es lief gut und machte Spaß und das Segeln mit einer Yacht auf dem Meer vor Kroatien hatte was Magisches an sich zumal ich vom Segeln selbst etwas verstand. Der erste Gedanke daran so was auch auf die Beine zu stellen und selbst Skipper zu sein schwirrt mir durch den Kopf. Ich merkte nach einer Woche ordentlich Schwimmen im klaren Wasser der nördlichen Adria das mir das verdammt gut tat. Die Bewegung meine ich, (das Faulenzen an Bord natürlich auch). Ich fühlte mich gut, war ausgeglichener und meine Körperhaltung verbesserte sich von selbst. Danach ging es Schlag auf Schlag, ein zweites Mal Canyoning, mehrfach Paintball spielen, ich fing an regelmäßig Yoga zu machen (ja, lacht ruhig ;-) ), ging das zweite Mal mit auf einen Törn mit der gleichen Yacht im gleichen Revier mit dem gleichen Skipper, probierte bei einem verlängerten Wochenende mit den Kollegen in Österreich das Snowboarden aus und, hey, es klappte. Schon am Ende des ersten Tages konnte ich erstaunlicherweise bestimmte blaue Pisten fahren ohne auf die Schnauze zu fliegen. Ich schaffte mir direkt eine ganze Snowboardausrüstung an und ging nochmal Boarden und nochmal. 
Der Groschen war gefallen und ich beschloss alle weiteren Führerscheine für das Führen von Yachten in Küstengewässern zu machen und fand sogar einen Mitstreiter unter meinen Kollegen. Wir legten direkt los und vor Kurzem erst nach über einem Jahr sind alle Scheine beisammen. Letztes Jahr dann erneut Canyoning, es ist bereits zu einer Tradition in der Abteilung geworden und ein weiterer Canyoning-Trip für dieses Jahr wird bald in Planung gehen, Kollegen fragen mich bereits wann es endlich Infos gibt. Ende Januar werden wir zu siebt snowboarden und bewohnen eine Hütte. Vor einem halben Jahr habe ich mich im Fitness-Studio angemeldet und es fühlt sich gut an, so viele Aktivitäten und sportliche Unternehmungen zu haben, auch wenn mir der eine oder andere ältere Kollege im Büro augenzwinkend eine Art Midlife-Crisis bescheinigt.

Nun ihr ahnt es vielleicht schon, um was es sich hier auf dem Blog drehen soll und vielleicht sogar was mein Ziel ist, von dem ich sprach. Der Name des Blogs ist "Get On Board" und genau darum geht es. On Board sein. Egal ob es eine Segelyacht, eine Nussschale oder ein Snowboard ist. "Get On Board" heißt mitmachen, sich auf Neues einzulassen, Leute mit ins Boot zu holen und mein Ziel ist ein eigener Törn als Skipper auf einer Yacht!

Euer Markus

Kommentare:

  1. Hallo Markus,

    das gleiche Verlangen habe ich auch.
    Aber habe keine Freunde mehr,die das mitmachen.Müssen sich alle um ihre Kinder kümmern.....

    Gruß
    Chris

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    1. Hallo Chris,

      ja das mit den Freunden und dem Nachwuchs beobachte ich in meinem Bekanntenkreis auch. Meine Segelmitstreiter sind beide ungebunden und haben keine Kinder, von daher hab ich in dieser Richtung immer grünes Licht bis auf weiteres. Lasss den Kopf nicht hängen und bleib dran an der Geschichte. Du kannst auch neue Leute kennen lernen oder dich mal auf Facebook nach entsprechenden Gruppen umschauen. Da gibt es einige Gruppen in denen man sich umschauen kann zum Mitsegeln oder Hand gegen Koje. Wenn du dann irgendwann bereit bist deinen eigenen Törn zu fahren, musst dir dann ne Crew zusammenkratzen :-) fünf Leutchen kriegt man irgendwie zusammen. Natürlich ist es angenehmer sowas komplett zusammen mit einem Kumpek anzugehen, aber man ,lernt wie gesagt auch neue Leute kennen und neue Freundschaften erschließen sich. Unseren Segelkumpane Stefan zum Beispiel kennen Christian und ich von der Bootsschule und machen seither die Gewässer unsicher .-)
      Also lass den Kopf nicht hängen und bleib dran :-)

      Gruß

      Markus

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  2. Moin Markus,

    dein Blog gefällt mir! Wirklich sehr schön gemacht. Deine "Umwege" zum Wassersport kommen mir bekannt vor, ich stamme ursprünglich aus einer Stadt mit reichlich Gewässer und diversen Segel-/Yacht-Clubs und Rudervereinen etc. Aber ich musste gen RheinMain-Gebiet ziehen, um mich von den Freuden des Rudersports bezaubern zu lassen.
    Mein Onkel ist passionierter Segler und hat mich oft mit auf Tour genommen, aber ich habe nie den Antrieb gehabt, selbst den Segelschein zu machen.
    Hier am Main ist es natürlich komplett idiotisch, mit dem Segeln anzufangen, aber wer weiss, vielleicht verschlägt es mich irgendwann wieder gern Norden und vielleicht wird aus mir noch eine "Windsbraut".
    Immer 'ne Handbreit Wasser unter'm Kiel wünscht
    Steffi

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    1. Hallo Steffi,

      danke für deinen sehr herzlichen Kommentar :-) Ja man soll niemals nie sagen und man weis nie wohin es einen verschlägt :-) Also Ohren steif halten und immer Fahrt voraus :-)

      Gruß

      Markus

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  3. Witzig, ich bin auch in einer Stadt an der See (Kiel) aufgewachsen, hatte dort aber nie was mit Segeln am Hut – erst in Frankfurt am Main und über 20 Jahre später packte mich das Segelfieber.
    Jetzt wohne ich wieder in Kiel und segele demnächst mit meinem Vermieter (der eine Weltumsegelung macht) von den Kanaren auf die Kapverden :)
    Und Segeln geht auch it Kindern, meine sind im KiTa/Grundschulalter und wir waren zusammen auf dem Limfjord und segeln manchmal mit einem Nachbarn, der auch kleine Kinder hat auf der Kieler Förde …

    Ki

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    1. Hallo :),

      na das klingt doch scho mal ganz gut :). Auch wenn Du lange nix mit Segeln am Hut hattest, ist das ja kein Beinbruch :). Ich betreibe Fahrtensegeln ja auch erst richtig aktiv und selbst seit drei Jahren und bin mittlerweile 36. Die Tour von den Kanaren nach Kapverden klingt ja verdammt reizvoll :), da kommt direkt ein bissl Neid auf ;). Was für ein Schiffchen habt ihr denn am Start für die Tour? Das ihr die Möglichkeit habt mit Nachbarn zu seglen ist auch echt top! Da habt ihr defintiv mal die richtigen Connections :).

      Viele Grüße

      Markus

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