Sonntag, 17. Juli 2016

Im Test bei Get on Board - Die Offshore Segeljacke HOBART II von Marinepool




Hey meine Freunde,

Anfang des Jahres, als wir schon mitten in der Planung für unseren April-Törn waren, erreichte mich die Anfrage von 12Seemeilen.de, ob ich Bock hätte, für sie die Offshore-Segeljacke "Hobart II" von Marinepool zu testen. Das tat ich natürlich gerne, zumal die Wetterprognosen für April nicht all zu rosig aussahen. Das gute Stück habe ich vor dem Törn dann mal ganz genau und im Detail unter die Lupe genommen und konnte es dann auf dem Törn ausgiebig testen. Die Wetterprognose hatte nicht zu viel versprochen und so kam ich an jedem Tag des Törns in den Genuss, die HOBART II tragen zu können und habe entsprechend Erfahrung damit gesammelt.


Mein Testbericht ist in folgende fünf Kategorien aufgeteilt:


1. Verarbeitungsqualität

2. Tragekomfort

3. Funktion

4. Sicherheit

5. Fazit


Bevor wir loslegen, einmal die Jacke für euch zur Ansicht:




Dann mal ran an den Speck, lasst uns mit der ersten Test-Kategorie einsteigen:


Verarbeitungsqualität

Wie ich schon sagte, habe ich mir die Hobart II Offshore-Segeljacke schon vor dem ersten Gebrauch mal im Auslieferzustand genau angeschaut und dabei vor allem auf Details geachtet, bei denen sich erfahrungsgemäß recht schnell zeigt, wie es um die Verarbeitung bestellt ist. Damit gemeint sind beispielsweise die Nähte und Verschweißungen des Materials. Die großen Nähte, die beispielsweise die Arme der Jacke mit dem Rumpf verbinden, sind auch bei günstigeren Produkten in aller Regel in Ordnung. Interessanter wird es, wenn man ins Detail einsteigt und sich Nähte genauer anschaut, die filigraner ausfallen müssen oder besonders belastete Teile der Jacke verbinden, wie Reiß- und Klettverschlüsse. Ich habe die Nähte der Jacke lange nach Makeln abgesucht und genau unter die Lupe genommen. Marinepool ist ein Hersteller der preislich im angenehmen mittleren Bereich unterwegs ist, daher hatte ich schon damit gerechnet, etwas zu finden was nicht ganz astrein ist. Leider ist es heutzutage ja keine Seltenheit, dass etwas nicht ganz okay verarbeitet ist, wenn man nicht allzu tief in die Tasche greifen möchte. Auch an meiner Latzhose von Helly Hansen ist nicht jede Naht ein Traum. Ich konnte zu meiner positiven Überraschung an der Hobart II keine Stelle finden, an der ich Anstoß nehmen würde. Aber nicht nur, dass die Nähte an sich sauber gesetzt sind, sie sitzen auch absolut akkurat mit gleichbleibendem Abstand zu den Kanten und verlaufen auch recht eng an diesen entlang. Ein Zeichen für hohe Verarbeitungsqualität. Gleiches gilt auch für die Verschweißungen, auch hier gibt es absolut nichts zu meckern.











Abgesehen von den Nähten, Verschweißungen und der reinen Qualität der Verarbeitung, spielt es natürlich auch eine wesentliche Rolle, welche Materialien verwendet wurden. Das Hauptmaterial aus dem die Segeljacke gefertigt ist, macht einen recht robusten Eindruck und ist auch etwas steifer bzw. zäher als Materialien, die ich sonst von Segeljacken kenne. Das Gewebe ist etwas "grobmaschiger", was der Jacke einen leichten Heavy Duty-Touch verleiht und Widerstandsfähigkeit ausstrahlt. 

Auch nach einer Woche auf See mit Regen, Starkwind, überkommender See, dem Tragen von Lifebelts und Leinenarbeit, zeigen sich an der Jacke keinerlei Verschleißerscheinungen. Natürlich ist die längerfristige Beanspruchung der Jacke, über eine Woche hinaus, etwas was ich bisher noch nicht prüfen konnte. Dementsprechend werde ich die Hobart II auch auf den kommenden Törns tragen und euch hier mit Test-Updates auf dem Laufenden halten. Bis hierher gibt mir die Jacke aber keinen Grund, an ihrer Verarbeitungsqualität zu zweifeln.


Kommen wir zur zweiten Kategorie meines Testberichtes:


Tragekomfort

Auch die geilste Segeljacke ist einen Dreck wert, wenn es juckt und ziept als hätte man sich einen Sack voll Reißzwecken übergezogen, sobald man hineingeschlüpft ist. In einer Segeljacke ist man als ambitionierter Segler in Action, bewegt sich stark und trägt sie in aller Regel dann auch eine ganze Weile, trägt man sie doch nur bei entsprechenden Bedingungen wie Regen und/oder Starkwind und hat dabei an Deck des Schiffes ja auch einiges zu tun. Da freut man sich über einen entsprechenden Tragekomfort und ist froh, wenn man nicht dauernd daran am Herumzoppeln ist und abends, wenn man sie auszieht, wund geriebene Haut an Hals und Handgelenken vorfindet. Wie ich anfangs schon sagte, trug ich die Jacke eine ganze Woche lang an Deck bei besagten Bedingungen und kann hier kaum etwas kritikwürdiges an der Jacke finden. Die Gummistulpen an den Handgelenken tragen sich angenehm auf der Haut und selbst mit etwas Salzwasser darin, fängt hier nichts an zu reiben. Der offshoretypische hohe Kragen ist innen großzügig mit weichem Vlies ausgekleidet, das sich jederzeit angenehm auf der Haut trägt. Auch ein Dreitagebart ändert nix daran, hier reibt gar nix. Außerdem wärmt das Vlies etwas und hält die Ohrläppchen warm ;). Aufgrund des robusten Materials, aus dem Jacke und Kragen gefertigt sind, bleibt der Kragen auch gut stehen und krumpelt sich nicht mit der Zeit allzu weit herunter. Damit geht aber auch ein Wermutstropfen einher. Ist man von dem hohen Kragen genervt und möchte ihn umschlagen, wird das leider nicht zufriedenstellend gelingen. Der "Kapuzenwulst" am unteren Ende des Kragens verhindert ein dauerhaftes Umschlagen des Kragens zuverlässig. Wie ein Stehaufmännchen ist der schnell wieder an Ort und Stelle. Das kann dann schon mal nerven und funktioniert bei anderen Segeljacken, bei denen die Kapuze direkt in den Kragen integriert ist, klar besser

Auch die seitlichen Taschen sind mit Vlies ausgekleidet und helfen dabei die Hände warm zu halten. Was ich an der Jacke etwas vermisste, ist ein Paar Brusttaschen. Ich persönlich mag diese Brusttaschen zum Hände aufwärmen, sie liegen einfach näher am Körperwärme-Zentrum und wärmen damit einfach etwas schneller die Hände auf. Die Kapuze ist ebenfalls mit Vlies ausgekleidet, was nicht bei jeder Segeljacke selbstverständlich ist.

Die Jacke trägt sich also sehr angenehm und bietet genug Bewegungsfreiheit während man geschäftig an Deck herumwurschtelt. 




  



 



Okay Freunde, weiter im Text. Wir kommen zur dritten Test-Kategorie:


Funktion

Hier gibt es nicht viel um den heißen Brei herumzureden. Die Jacke macht, was sie soll! Sie ist robust, wasserdicht, winddicht, bietet Bewegungsfreiheit und trägt sich darüber hinaus sehr angenehm. Was ich als positiv gegenüber anderen Segeljacken empfand, war das etwas ungewohnte Konzept, die Kapuze in einem am Kragen aufgesetzten Wulst unterzubringen. Er verhindert zwar, wie ich schon sagte, das Umschlagen des Kragens, allerdings bietet er den wesentlichen Vorteil, das man auch mit feuchten, klammen und segelhandschuhbewährten Händen die Kapuze in Nullkommanichts herausgezogen und aufgesetzt hat. Fast ebenso schnell lässt sich die Kapuze darin auch wieder verstauen, dazu sollte man die Jacke aber ausziehen oder sich helfen lassen. 
Die Kapuze ist aber nicht nur leicht herauszuziehen, sie hält auch dicht und ist bewegungsfähig, wenn man den Kopf dreht. Außerdem ist sie aus einem etwas steiferen Material hergestellt und daher angenehm formstabil. Im Augenbereich steht sie ein gutes Stück über und bietet dadurch den Augen vor Regen von oben Schutz. Verschließt man vollständig den Kragen, setzt die Kapuze auf und stellt diese über die üblichen Gummizüge flott ein, bietet die Hobart II optimalen Schutz vor Wind und Wetter. Wo man hätte noch nachbessern können, ist der Verschluss des Kapuzenwulstes. Die Kapuze wird nur von einem Klettverschluss hinten in der Mitte in ihrer Behausung gehalten. Auf der einen Seite ist das praktisch, da man nur ihn öffnen muss, um die Kapuze herausziehen zu können. Auf der anderen Seite rutscht die Kapuze zu den Seiten hin unweigerlich etwas aus dem Wulst heraus (auf den Bildern weiter oben konnte man das auch schon sehen). Nicht so sehr, dass das ein Problem darstellt, aber es sieht einfach unschön aus und Klettverschlüsse an den Seiten würden die Kapuze zuverlässig an ihrem Platz halten und dabei nicht wirklich das schnelle Hervorholen beeinflusst.









Etwas sauer aufgestoßen sind mir die Seitentaschen. Diese sind zwar schön mit warmem Vlies ausgekleidet, lassen aber leider einen Reißverschluss vermissen. Bei starkem Regen und/oder überkommender See kann das mit dem Hände aufwärmen dann schon mal schwierig werden, wenn die Innenseiten der Taschen klatschnass sind. Wasserdichte, mit Reißverschluss und Klettverschlüssen versehene Klappentaschen hat die Jacke durchaus aufzuweisen, allerdings ohne eingenähtes Vlies




Gehen wir mal rüber in den Sicherheitsbereich und schauen, was die Hobart II dort vorzuweisen hat:


Sicherheit
 
In Sachen Sicherheit kassiert die Jacke die meiste Kritik von mir. Wenn eine Segeljacke mal lebenswichtig wird, muss sie voll allem eines: Auffallen! Allerdings bekommt man die Jacke nur in Dunkelgrau und Navy. Beides sehr dunkle und unauffällige Farben. Natürlich ist es Geschmackssache, in welcher Farbe man herumsegeln möchte, legt man aber den Sicherheitsgedanken als oberstes Gut fest, hat man bei der Hobart II leider schlechte Karten, da man sie in Gelb oder Rot eben gar nicht erwerben kann. Allerdings ließe sich hier Abhilfe schaffen, indem man die Hobart I ins Auge fasst. Sie unterscheidet sich von der Hobart II nur unwesentlich und ist in den Farben Gelb und Rot orderbar. Desweiteren hat Marinepool unverständlicherweise mit Reflektorstreifen gegeizt. An der Jacke finden sich nur welche an den Oberarmen, an der Kapuze (wenn sie denn draußen ist) und an den Taschen. Das reicht nicht aus! Warum man gerade hier geizt, nachdem man viele Punkte bei Verarbeitungsqualität, Funktion und Tragekomfort geholt hat, kann ich nicht nachvollziehen.





 FAZIT

Alles in Allem kann ich die Jacke sehr empfehlen. Sie bietet für ihren Preis überdurchschnittliche Verarbeitungsqualität und trägt sich bis auf das kleine Problem, das sich der Kragen nicht umschlagen lässt, sehr angenehm. Auch in Sachen Funktion gibt es nur auf hohem Niveau Kritik, was sich aber nur auf fehlende Reißverschlüsse an den Seitentaschen bezieht. In Sachen Sicherheit ist es unverständlich, warum man der Hobart II nicht mehr Reflektorstreifen verpasst hat und warum man sie nur in dunklen, unauffälligen Farben ordern kann. Die Jacke macht fast alles richtig und man bekommt für eine überschaubare Investition eine sehr gute Segeljacke, die einen vermutlich lange begleiten wird. Ich werde die Jacke bei meinen nächsten Törns weitertesten und diesen Test entsprechend mit Updates versehen.

Die Segeljacke Hobart II wurde mir zu Testzwecken von 12Seemeilen.de überlassen, dieser Umstand beeinflusst nicht die Objektivität dieses Tests. Ihr bekommt stets meine offene und ehrliche Meinung zu lesen.

An dieser Stelle möchte ich meinem Foto-Model und Schwager Andreas W. danken :). Geduldig hat er das Shooting über sich ergehen lassen und dabei gar keine schlechte Figur abgegeben :).

Hier habe ich noch ein paar Impressionen für euch vom Praxiseinsatz der Jacke während unserem Törn im April (ja wir hatten stellenweise auch mal gutes Wetter :)). Während den 6er Winden, Regen und drei Metern Welle hatte leider keiner von uns die Nerven Bilder zu schießen :).








Euer Markus 

Kommentare:

  1. Eine Anmerkung, ich liebe diese Jacke, und es gibt sie in gelb (habe ich!)

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  2. Hallo,

    schön zu hören, dass Du die Jacke auch zu schätzen weißt :). Völlig zu recht! :) Alerdings vermute ich, dass Du die Hobart 1 in Gelb hast. Die Hobart 1 ist in Gelb und Rot erhältlich, die Hobart II wird tatsächlich ausschließlich in Dunkelgrau und Navy gefertigt, wie Du sogar auf der Homepage von Marinepool sehen kannst:
    http://www.marinepool.de/kollektion/1002319-1.html

    Viele Grüße und weiterhin viel Spaß mit deiner Segeljacke :)

    Markus

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  3. Hallo,
    ich überlege mir die Hobart II zu kaufen. Welche Farbe hat die Jacke auf den Bildern?
    Sieht auf manchen sehr dunkelgrau, auf anderen etwas mehr dunkelblau/Navy aus.
    Danke

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  4. Hallo Max,

    die Jacke auf den Bildern ist dunkelgrau. Allerdings gibt es die Jacke generell in verschiedenen Farben. Du kannst dem Link zum Shop bzw. zur Jacke im Shop von 12Seemeilen in einem Artikel folgen, dort findest Du dann alle verfügbaren Farben :). Vergiss nicht, den Rabattcode einzulösen wenn Du dich zum Kauf bei 12Seemeilen entscheidest :).

    Viele Grüße,

    Markus

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  5. Vielen Dank!
    Der Gutschein-Code ist leider ungültig.

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    1. Hey Max,

      das ist ja kacke! Tut mir leid. Du kannst aber bestimmt bei der Bestellung im Kommentarfeld angeben, dass Du den Gutscheincode einlösen wolltest ob ob soe ihn dir nicht trotzdem gewähren möchten. Ich drück dir die Daumen. Andernfalls kauf einfach woanders, falls es dort günstiger ist. Unterm Strich ist die Jacke echt gut und ich kann sie dir absolut empfehlen :). Halt die Ohren steif und nochmal sorry wegen der Pleite mit dem Gutscheincode...

      Viele Grüße,

      Markus

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